Das Erdungssymbol Raku

Das Raku ist das fünfte und letzte der originalen Symbole des klassischen Usui-Reiki. Gleich zu Beginn muss ich ganz ehrlich zugeben, dass ich keine Ahnung habe, warum man dieses Symbol als letztes lernt. In jeder anderen Variante von Energiearbeit und -heilung kommt die Erdung zuerst. Ehrlicherweise muss ich allerdings sagen, dass ich die Usui-Reihenfolge sogar in meinen eigenen Reiki-Kursen so beibehalten habe. Legen wir los:

Die Besonderheit des Raku

Natürlich fällt einem gleich ins Auge, dass das Raku sich schon optisch von allen anderen Symbolen unterscheidet. Das Hon Sha Ze Sho Nen und das Dai Ko Myo basieren auf Kanji. Das Cho Ku Rei und das Sei Hei Ki wirken zumindest noch exotisch. Das Raku hingegen ist eine einfache Zickzacklinie. Oder ein Blitz. Expecto Pa.. wie dem auch sei. Gleichwohl ist diese Schneidebewegung eine große Hilfe bei der Visualisierung. Wie mit einem großen Brotmesser schneiden wir negative Energien einfach von uns ab.

Das Erdungszeichen zeichnen

So einfach, wie es aussieht, lässt sich das Erdungssymbol auch zeichnen: Zeichne einen schräg stehenden Blitz, beginnend mit der Linie nach unten. Drei Linien, die nach unten zeigen, dazwischen zwei nach rechts. Ohne abzusetzen.

Das Erdungszeichen kannst du auch spiegelverkehrt zeichnen, was es von allen anderen klassischen Usui-Reiki-Symbolen unterscheidet. Und es hat noch einen weiteren Unterschied. Du kannst das Erdungszeichen so oft aneinanderketten, wie es dir beliebt. Die Wirkung verbirgt sich hinter der Wischbewegung und weniger hinter dem Symbol selbst.

Wenn du es beispielsweise beim Bein anwendest, kannst du es einfach 2- oder 3-mal hintereinander bzw. untereinander zeichnen, ohne abzusetzen.

Anwendungsgebiete für das Raku

Auch hier sticht es wieder aus den anderen Symbolen heraus. Während die Bezeichnungen der 4 anderen Symbole immerhin schon Rückschlüsse auf ihre Anwendung zulassen, ist die „Erdung“ so ziemlich das einzige, was man mit dem Raku nicht macht. Allerdings kenne ich einige Reiki-Anwender, die das Raku auch dafür benutzen. Sie visualisieren es am Ende ihrer Wirbelsäule, im ersten Chakra. Und dann schicken sie es gedanklich in die Erde, bis zum Mittelpunkt. Währenddessen zieht sich ein goldenes Band vom 1. Chakra bis zum Erdmittelpunkt, welches als Blitzableiter für alle negativen Energien dient.

Grundsätzlich wird das Raku für zwei Bereiche genutzt. Der erste ist die energetische Reinigung des Empfängers. Mit der Wischbewegung als Visualisierungshilfe werden negative Energien, Blockaden und Störungen wie mit einem Fensterputztuch weggewischt. Die zweite ist die Abtrennung des Therapeuten vom Klienten. Statt einer Wischbewegung stellt man sich das Erdungszeichen dann wie eine Sägebewegung vor. Man trennt die Energielinien zwischen sich selbst und dem Klienten. So wird vermieden, dass die eigenen Intentionen, Sorgen und Nöte sich auf den Klienten übertragen und dass gleiches vom Klienten auf den Therapeuten zurückfließt. Das letztere nennt man auch energetischen Reflux, den wir dadurch vermeiden.

Wirkungsweise des Erdungssymbols

Wie funktioniert das Ganze nun? Aufmerksame Leser dieses Blogs wissen inzwischen, dass Yuukikai Reikido ohne Esoterik, Äther, Lichtenergie und sonstige obskure Konzepte auskommt. Das Raku entfaltet seine Wirkung hauptsächlich psychisch, indem es unsere Vorstellungskraft bedient. Wir stellen uns vor, wie wir unerwünschtes wegwischen oder uns vom Klienten abtrennen. Durch letzteres lösen wir die Verbindung unserer verschränkten Quanten. Wir löschen die negativen Auswirkungen aus unseren eigenen Strings, Quarks und anderen Quanten und verschränken sie anschließend noch einmal kurz mit dem Klienten, damit dessen Quanten diesen Effekt nachmachen.

Im gleichen Zuge bewirkt die Auflösung der Quantenverschränkung, dass unerwünschte Effekte, die im Klienten vorherrschen, sich auf unsere eigene Gesundheit übertragen. Auch zwischen den physikalischen und psychischen Zuständen des Klienten und seinen Quanten findet eine Art energetische Osmose statt. Während wir also seinen Quanten mitteilen, dass sie unsere Heilung akzeptieren sollen, kommt von seinem Körper das Bestreben, den kranken Zustand beizubehalten. Diesen Reflux wollen wir als Heiler nicht abbekommen. Wir vermeiden daher, dass unsere Quanten den Zustand derer des Klienten aufnehmen und an uns abgeben, wenn wir das Raku zwischen uns und dem Klienten wirken. Und wir vermindern den Informationsaustausch zwischen dem Empfänger und seinen verschränkten Quanten, wenn wir das Raku direkt auf den Empfänger anwenden.

Es ist also zu sehen, dass auf quantenmechanischer Ebene die unterschiedlichen Anwendungsbereiche des Raku gar nicht mehr unterschiedlich sind. Der Unterschied ist der Angriffspunkt. Zwischen unseren Quanten und den Quanten des Empfängers wirkt es gegen Reflux, zwischen seinem Körper und seinen Quanten wirkt es zur Reinigung. Denn so sehr, wie die Osmose das Chaos aus den Zellen in die Quanten tragen will, will sie auch die Ordnung aus den Quanten in die Zellen tragen.

So wirkt Reiki

Das Raku löst die Quantenverschränkung und die Quantenkommunikation
Interpretation der Quantenverschränkung (Leitungen) und der Quantenkommunikation (Kondensatorplatten)

Wenn man sich das obige Bild anschaut, lässt sich vorstellen, wie Reiki eigentlich wirkt und wo das Raku ansetzen kann. Wenn wir uns die beiden Kondensatoren links und rechts als Therapeut und Klient vorstellen und die Kabel in der Mitte als die Quantenverschränkung, findet man die zwei Ansatzpunkte für das Raku.

Zwischen den Kondensatorplatten (eine blau, eine grau) findet die Kommunikation zwischen den Körperzellen und den Quanten statt. Nach dem Prinzip eines Kondensators findet auch zwischen Zellen und Quanten eine Art „Ladungsausgleich“ statt, nur eben in beide Richtungen. Und zwischen Klient und Therapeut wird mittels der Quantenverschränkung eine Verbindung aufgebaut, die die Spannung von einem Kondensator (Therapeut) zum anderen (Klient) überträgt.

So wirkt das Raku:

Das Raku spaltet die Verbindung auf. Zwischen Emittent und Rezeptor der Information wird der Weg blockiert und die Verbindung gelöst. So kann die physikalische Information nicht mehr von einem zum anderen transmittiert werden. Natürlich ist diese Spaltung weder permanent noch vollständig. Vollständig geht gar nicht, sonst würden wir unser Ziel jedes Mal atomisieren. Das Raku wirkt eher dämpfend auf den Informationsfluss. Wie das Zuhalten der Ohren. Wenn wir uns die Ohren zuhalten, hören wir immer noch etwas, nur nicht mehr so laut. Und sobald wir die Hände wieder wegnehmen, fließt der Sound wieder.

Mit dem Raku bewirken wir eine kurze energetische Barriere, die ähnlich wie der Resetknopf am Computer für einen kurzen Moment die Verbindung abschneidet und eine Neuinitialisierung erlaubt. Bei der energetischen Reinigung sorgt dieser Effekt dafür, dass beim Neustart der Verbindung der Ausgleich und damit die Heilung mit neuem Schwung beginnt. Bei der Ablösung zwischen uns und unserem Klienten kommt es zu keiner sofortigen Neuverbindung. Das liegt darin begründet, dass wir die ursprüngliche Verbindung erst bewusst eingeleitet haben, als die Behandlung anfing. Stell dir vor, du steckst den Stecker deines Staubsaugers ein und saugst. Wenn du den Stecker wieder herausziehst, steckt er sich nicht von selbst wieder in die Steckdose.

Wirkung des Raku am Beispiel einer Heilbehandlung

Heilbehandlung mit Reiki
Reiki-Heilbehandlung

Jeder Reiki-Therapeut sollte sich am Ende jeder Sitzung mit dem Raku von seinem Klienten lösen. Im Reiki-Kurs lernt man dabei, das Raku zwischen sich und seinem Klienten zu zeichnen und sich dabei vorzustellen, wie man mit einem Messer oder einer Schere die Energiebänder zwischen sich und dem Klienten zerschneidet.

Zu Beginn der Behandlung erschafft der Therapeut die Verbindung, die wir Quantenverschränkung nennen. Diese Verbindung erlaubt es uns, den „gesunden Zustand“ zu simulieren, den wir erreichen wollen und auf den Klienten zu übertragen. Gleichzeitig überträgt diese Brücke aber auch den „kranken Zustand“ des Klienten auf uns. Solange wir aktiv Reiki senden, wirkt die energetische Osmose zu unseren Gunsten. Wir senden mehr, als wir empfangen. Am Ende der Behandlung jedoch kann es passieren, dass der energetische Druck des Klienten hoch genug ist, um seine Befindlichkeiten über eben diese Brücke zu uns zu senden.

Mit dem Raku trennen wir uns daher zum Ende der Behandlung vom Klienten wieder ab. Solange wir keine neue Verbindung bewusst initiieren, kann somit die negative Energie des Klienten nicht zu uns zurückfließen. Die Quantenverschränkung ist aufgehoben. Die positiven Ziele, die wir in seine Quanten programmiert haben, gleichen sich mit seinen negativen Symptomen aus. Reiki wirkt. Aber es schwappt nichts davon zu uns herüber.

Fazit zum Raku

Das Raku, das Erdungssymbol, ist ein Werkzeug, das sowohl zur energetischen Reinigung, wie auch zur Blockade energetischer Einflüsse genutzt wird. Dies sind jedoch nur scheinbar unterschiedliche Zwecke. Auf quantenmechanischer Ebene zeigt sich, dass das Erdungssymbol immer gleich wirkt, aber dabei an unterschiedlichen Stellen verwendet wird. Es hat – wie auch alle anderen Reiki-Symbole – keine eigene, inhärente Energie. Es wirkt zur Stärkung der Visualisierung und der Konzentration. Warum es als Erdungszeichen oder auf englisch als grounding symbol bezeichnet wird, obwohl es dafür in der Regel nicht benutzt wird, ist unklar.

Während die anderen Symbole des Reiki, unabhängig von der Schule, dazu genutzt werden, auf Quantenebene Verbindungen herzustellen, dient das Raku dazu, diese Verbindungen wieder zu lösen. Anders als das Hogo, das Schutzsymbol des Yuukikai Reikido, ist der Einsatz des Raku dabei ein aktiver Prozess. Man kann es mit der Reset-Taste am PC vergleichen. Die Wirkung des Knopfes endet, sobald wir ihn loslassen. Und genauso stellen sich natürliche Verbindungen langsam wieder her, sobald das Raku fertig gezeichnet wurde.

Ebenso, wie alle anderen Behandlungen des Reiki, ist auch das Raku kein Ersatz für eine schulmedizinische Behandlung. Es kann die Therapie ergänzen und unterstützen, jedoch niemals ersetzen. Das Raku gehört zur Stufe 3 des Reiki und wird in den meisten Usui-Reiki Kursen als letztes Symbol vermittelt und geweiht. Wer die Technik und die Prinzipien dahinter versteht, braucht das Erdungszeichen irgendwann nicht mehr, sondern trennt die Verbindungen zwischen Emittent und Rezeptor durch aktive Vorstellung. Es ist aber auch hier völlig okay, wenn man sein ganzes Heilerleben lang dennoch die Symbole verwendet. Vor allem dann, wenn der Klient das erwartet, um sich überhaupt behandelt zu fühlen.

Namaste! ✨

Von Yuukikai

Advanced Usui Reiki Master Teacher 6th Dan Yuukikai Karatedo Natural Healer and Psychotherapist

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